Meisenarten Deutschland

Meisenarten Deutschland – Von der häufigsten bis zur seltensten werden die 9 in Deutschland brütenden Meisenarten kurz vorgestellt.

Meisenarten Deutschland – Kohlmeise (Parus major)

Meisenarten Deutschland - Kohlmeise auf Zweig
Foto: Jürgen Hauck

Die Kohlmeise ist mit 5 bis 6 Millionen Brutpaaren die häufigste Meisenart in Deutschland. Reine monotone Nadelwälder werden von der Kohlmeise gemieden. Sie siedelt gerne in Parks, naturnahen Gärten, am Siedlungsrand von großen Ortschaften. Beide Geschlechter haben einen auffälligen schwarzen Bauchstreif der beim Männchen etwas kräftiger und breiter ist. Ansonsten überwiegen gelb-grüne Farbtöne. Charakteristisch sind die schwarze Kopfplatte und die schwarze Kehle. Kohlmeisen brüten gerne in Nistkästen, bevorzugen Einfluglöcher ab 32mm Durchmesser.

Bei der Nistplatzwahl ist die Art flexibel, es werden auch Hohlräume wie Rohre, Säulen, ausgefaulte Baumlöcher oder Briefkästen zur Jungenaufzucht genutzt. Das Nest hat einen hohen Moosanteil und ist mit Haaren und Federn ausgepolstert. Normal ist nur eine Jahresbrut bei der das Weibchen 8-12 Eier legt, nach etwa 14 Tagen Brutdauer schlüpfen die Jungvögel. Nach etwa 3 Wochen im Nest fliegen die Jungvögel aus. Die Kohlmeise ist Standvogel, manche Individuen sind Teilzieher, im Winter sind Einflüge nordischer Vögel möglich.

Meisenarten Deutschland – Blaumeise (Parus caeruleus)

Meisenarten Deutschland - Blaumeise auf Zweig
Foto: Jürgen Hauck

Die Blaumeise ist flächendeckend in Deutschland vertreten. Von dieser Meisenart Deutschland brüten etwa 3 bis 4 Millionen Paare, vor allem in Laub- und Mischwäldern aller Art. Im Gebirge kommt sie bis zur Baumgrenze in etwa 1000m Höhe vor. Die Blaumeise ist deutlich kleiner als die Kohlmeise, kennzeichnend ist die blaue Kopfplatte und die gelbe Unterseite. Bei der Nistplatzwahl bevorzugt diese Meisenart kleinere Fluglöcher, optimal sind Durchmesser von 28mm. Angebrachte Nistkästen, etwa im Garten nimmt die Blaumeise gerne an, da die Brutplatzkonkurrenz groß ist.  Das Nest besteht überwiegend aus Moos und ist mit feinen Tierhaaren und Federchen ausgepolstert.

Blaumeisen können bis zu 15 Eier legen, wie bei vielen Meisenarten in Deutschland ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch. Nach 3 Wochen Nestlingszeit fliegen die Jungen aus und streifen in der Umgebung umher. Die heimischen Blaumeisen sind Standvögel, in strengen Wintern weichen sie nach Süden aus. Auch nordische Blaumeisen ziehen im Herbst und Winter durch unser Gebiet.

Meisenarten Deutschland – Tannenmeise (Parus ater)

Meisenarten Deutschland - Tannenmeise
Foto: Jürgen Hauck

Hauptvorkommen der Tannenmeise sind an Nadelwälder, vor allem der Bergregion gebunden. In den letzten Jahren wird die Art auch häufiger in Ortsnähe beobachtet. Die kleine Meise mit dem Nackenstreif besucht auch Vogelfütterungen. Bei dieser Meisenart wird der Brutbestand auf 1,2 bis 1,8 Millionen Paare geschätzt. Die Tannenmeise nistet in Nadelwäldern in Höhlungen aller Art. Oft werden mangels Baumhöhlen auch Erdhöhlen in Baumwurzelnähe besiedelt. Tannenmeisen bauen auch mit viel Moos und kleiden das Nest mit Tierhaaren aus. Die Gelegegröße erreicht maximal 10 Eier und nach 14 Tagen Brutdauer bleiben die Jungvögel noch etwa 21 Tage im Nest. Nistkästen werden eher selten belegt, auch bei Nistkästen im Nadelwald ist die Belegungsrate niedrig. Tannenmeisen sind Standvögel und Teilzieher. Im Winterhalbjahr können invasionsartige Zugbewegungen stattfinden, die auch über 1000km Entfernung reichen.

Meisenarten Deutschland – Haubenmeise (Parus cristatus)

Meisenarten Deutschland - Haubenmeise
Foto: Jürgen Hauck

Auch die Haubenmeise lebt bevorzugt in Nadelwäldern, selbst monotone Fichtenforste werden besiedelt. Diese Art ist mit nur 350.000 bis 600.000 Brutpaaren deutlich seltener als die o.g. Meisenarten Deutschlands. Die Grundfärbung der Haubenmeise ist brau bis beige. Die Art ist durch ihre Federhaube auf dem Kopf unverwechselbar. Sie nistet gerne in Baumhöhlen, die der Bunt- oder Kleinspecht gemeißelt haben. Nistkästen werden angenommen, die Art ist eher konkurrenzschwach und wird oft von anderen Meisenarten verdrängt. Die Eizahl ist mit 5-8 relativ klein, auch hier dauert die Bebrütung etwa 2 Wochen, meist etwas länger. Die Nestlinge bleiben ca. 3 Wochen bis zum Ausfliegen im Nest. Die Haubenmeise ist ein Standvogel und ihr Jahresrevier ist nicht allzu groß.

Meisenarten Deutschland – Sumpfmeise (Parus palustris)

Meisenarten Deutschland - Sumpfmeise
Foto: Jürgen Hauck

Die Sumpfmeise hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland in den westlichen Mittelgebirgen. Sie liebt Laub-Bruchwälder aus Erle, Eiche, Pappel und Weide. Mit etwa 500.000 Brutpaaren ist sie eher selten. Markant ist die schwarze Kopfplatte und der kleine schwarze Kehlfleck. Die Grundfärbung dieser Meisenart ist grau mit braunen Tönen. Als Höhlenbrüter baut sie ein kompaktes Moosnest, in das sie etwa 7 bis 10 Eier legt. Die Jungen schlüpfen nach ca. 14 Tagen und bleiben ebenso lange noch im Nest. Sumpfmeisen sind Standvögel, ein Umherstreifen im Winterhalbjahr ist allerdings möglich.

Meisenarten Deutschland – Weidenmeise (Parus montanus)

Die Weidenmeise sieht der Sumpfmeise sehr ähnlich, ist aber deutlich seltener. Nur ca. 100.000 Paare wurden im Rahmen der Brutvogelzählung für das Projekt ADEBAR Deutschland erfasst. Das Projekt wurde vom Dachverband Deutscher Avifaunisten initiiert. Unterscheiden kann man die beiden ähnlichen Arten am Gesang. Die Weidenmeise hat einen etwas größeren Kehlfleck und das schwarz der Kopfplatte reicht weiter in den Nacken. Die Brutbiologie ist ähnlich, die Weidenmeise meißelt sich ihre Höhle selbst in morsche Baumstümpfe von verschiedenen Weichholzarten.

Meisenarten Deutschland – Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)

Meisenarten Deutschland - Schwanzmeise
Foto: Jürgen Hauck

Die Schwanzmeise bewohnt gerne bodenfeuchte Laubwälder. Ihr Moosnest ist unverkennbar, aber durch die Bauweise aus Moos und Rindenstückchen sehr gut getarnt. Meist befindet es sich in Astgabeln von Laubbäumen. Sie ist im Gegensatz zu den vorgenannten Arten kein Baumhöhlenbrüter. Von dieser Art brüten ca. 90.000 bis 150.00 Paare in Deutschland. Mit einem Gewicht von etwa 10g zählt sie zu den Leichtgewichten in der heimischen Vogelwelt. Der Schwanz und der Körper sind in etwa gleich lang, der Name ist also sehr treffend. Schwanzmeisen legen etwa 8-12 Eier, die Brut- und Nestlingsdauer ist wie bei den oben vorgestellten Arten.

Meisenarten Deutschland – Bartmeise (Panurus biarmicus)

Meisenarten Deutschland - Bartmeise
Foto: Frank Radon

Die Bartmeise ist ein Bewohner von großen ausgedehnten Schilfröhrichten. Daher rührt ihre Seltenheit mit nur ca. 5000 Brutpaaren in Deutschland. Ihr Nest legt sie im Schilf an, es ist sehr gut versteckt. Die Bartmeise legt nur 4 bis 7 Eier, die Brutzeit beträgt etwa 14 Tage. Die nestjungen verlassen schon mit 10 bis 12 Tagen das Nest. Das bietet einen besseren Schutz vor Feinden. Kennzeichnend sind beim Männchen ein schwarzer Bart (siehe Foto). orangebrauner Rücken und ein gestufter Schwanz. Die Bartmeise gehört zu den farbenprächtigsten heimischen Singvögeln.  Verbreitungsschwerpunkte liegen auf Grund der Lebensraumansprüche im Norden und Osten Deutschlands.

Meisenarten Deutschland – Beutelmeise (Remiz pendulinus)

Meisenarten Deutschland - Beutelmeise
Foto: Frank Radon

Die Beutelmeise ist ein ähnlicher Spezialist wie die Bartmeise. Nachdem ihr Bestand bis etwa Mitte der 1980er Jahre in Mitteleuropa zunahm, gehen die Bestände dieser kleinen Meisenart wieder zurück. Derzeit dürften maximal 5000 Paare in Deutschland brüten. Typisch für diese Meisenart Deutschland ist das hängende an einen Ast geflochtene Nest. Das Männchen ist ein äußerst geschickter Baumeister. Als Brutbäume werden gerne Weiden oder Birken benutzt, im Süden Europas aber auch Robinie. Die Beutelmeise legt auch nur 6 bis 8 Eier, die Brutdauer beträgt 2 Wochen und die Nestlinge bleiben bis zu 3 Wochen im Nest. Die Vögel haben einen rotbraunen Rücken bzw. Flügel und eine schwarze Gesichtsmaske die beim Männchen stärker ausgeprägt ist, als beim Weibchen.

Mehr Wissenswertes zur Heimischen Vogelwelt gibt es hier.